Heckl, Wolfgang Martin, Prof. Dr. rer. nat. habil.;
Generaldirektor des Deutschen Museums und Inhaber des Oskar von Miller Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation an der TU München, Physiker, Maler, Autodidakt, neue Stilrichtung: Molekularismus, Nano-Graffiti (Bilder aus einzelnen Molekülen); *10.9.1958 Parsberg;
Ateliers in München und Partenkirchen,
Auszeichnungen: 1993 Philip Morris Forschungspreis, 2002 Communicator-
Preis, 2004 René Descartes Preis, Bundesverdienstkreuz am Bande,
Landkreismedaille des LK Neumarkt/Opf.
Werke: Seit 1999 im Gschwandtnerbauer, Partenkirchen; Galerie Benkert,
Partenkirchen (bis 2010), Veröffentlichungen: CD Atomare Klangwelten, Fernsehen: 3Sat 26.3.2000 „Hitech“, Arte 29.8.2000 „Archimedes“; Literatur: „Messer und Spachtel für Moleküle“ in Spektrum der Wissenschaft, 12/1999, Seite 106-108; Der Spiegel 35/2000; Faszination Bionik, 2006, Hrg. Kurt Blüchel, Seite 392-399
Info: www.google.de unter Wolfgang M. Heckl und bei wikipedia
Kunsthomepage: www.Wolfgang-Heckl.de
Werkverzeichnis:
Wolfgang M. Heckl, Science & Art, 2011
Gemeinschaftskatalog zum 20-jährigen Bestehen der Kunstgilde Parsberg, 2008, S. 60-65
Künstlerbiographie im Werdenfelser Künstlerlexikon „Das Blaue Land“, 2011, Hrsg. Ralf Benkert
Mitglied in der Kunstgilde Parsberg seit 2005
Gemeinschaftsausstellungen:
1996: Landesgartenschau Neumarkt
1997: Installation Atomare Klangwelten: München und Wien
(gefördert durch die Andrea von Braun Stiftung, München)
2005: Jahresausstellung der Kunstgilde im Burgmuseum Parsberg
2006: Vic le Compte, Frankreich
2006: Jahresausstellung der Kunstgilde im Burgmuseum Parsberg
2007: München inspiriert, Ausstellung anlässlich der 850 Jahrfeier von München im Literaturhaus
2007: Jahresausstellung der Kunstgilde im Burgmuseum Parsberg
2008: Jahresausstellung der Kunstgilde im Burgmuseum Parsberg
2009: Zeitgenössische Bildende Kunst: Amberg 2009
2009: Jahresausstellung der Kunstgilde im Burgmuseum Parsberg
2010: Kunst-Genuß: München Allach
2010: Jahresausstellung der Kunstgilde im Burgmuseum Parsberg
2010: Impressionen aus der Oberpfalz, Strassburg
2011: Jahresausstellung der Kunstgilde im Burgmuseum Parsberg
Einzelausstellungen:
2011: Science & Art, München, Residenz am Hofgarten
Als Naturwissenschaftler und Physiker bin ich begeistert von der Kreativität der Natur, die wir zu verstehen suchen, die wir aber auch selbst brauchen um Naturerkenntnis zu erlangen.
Ein Ausdruck dieser Kreativität ist bei mir auch das künstlerische Schaffen, bei dem ich oft die mit Hilfe meiner Mikroskopie gewonnenen neuen Einsichten in die Nanowelt der Atome und Moleküle, insbesondere im Bereich der Lebenswelt in das Kunstwerk zu übertragen versuche.
Dies geschieht hauptsächlich durch mit Acrylfarben gemalten Bildern, aber auch durch Installationen oder Bild/Ton Dokumente wie z. B. „Atomare Klangwelten“, das mit einem mathematischen Algorithmus Bilddaten in Tonwerte und umgekehrt übersetzt. Diesen umfassenden Ansatz, der sich nicht allein etwa auf eine spezielle Maltechnik bezieht, und der die innige Verbindung zwischen der Makrowelt, in der wir leben, und der immer zu Grunde liegenden Nanowelt zum Ausdruck bringen will nenne ich „Molekulismus“. Letzlich ist ja jedes Bild mit Farben aus Molekülen gemalt.
Zum Teil entstehen Arbeiten, bei denen ich mit einer atomar spitzen Nadel einzelne Moleküle so arrangiere, dass nach etwa hundertmillionenfacher Vergrößerung durch das Rastertunnelmikroskop ein Gemälde zu erkennen sind; ein Beispiel hierfür ist die Arbeit „Lachender Hai“ oder die Arbeit „Kleinstes Loch der Welt“, die im das Guinnes Book of Records seit 1993 verzeichnet ist. Grundsätzlich spielen viele Arbeiten mit der Visualisierung der innigen Verbindung zwischen der Makrowelt in der wir leben, und der zu Grunde liegenden Welt des Nanokosmos.
Als künstlerische Vorbilder könnte ich die Pointillisten, aber auch Miro oder
Sidney Pollack nennen. Letztlich muß aber jeder Maler nach seinen Fähigkeiten und Neigungen, und dem Wunsch gemäß, was er ausdrücken will, seinen
eigenen Stil finden.
Ich möchte mit meiner Kunst eine Brücke schlagen von der wunderbaren Kreativität der selbstorganisierten atomaren und molekularen Natur im Nanokleinen und der unfassbaren Weite des ebensowunderbar organisierten Kosmos im Großen zur alltäglich für uns Menschen erfassbaren Lebenswelt durch die Freude am schönen Bild, das Erkenntnis ermöglichen soll.
Im Streit der beiden Kulturen – der Natur- und Kulturwissenschaften – hat sich seit der gleichnamigen berühmten Rede des Lord Snow von 1959 heute viel geändert. Auch von einer dritten Kultur ist längst die Rede. Im Sinn von John Brockman, formuliert in dessen gleichnamigen Buch von 1995, ist es die Popularisierung der Wissenschaften, die den Dialog der beiden Kulturen ermöglicht. Ich sehe allerdings einen Dreh- und Angelpunkt in einem expliziten Verständnis der Kreativität und deren Praxis in beiden Kulturen. Kreativität ist die innere Brücke zwischen Science und Art, der Moment des Schaffens von ganz Neuem, durch Erkenntnis und durch handwerkliches Tun. Mein verehrter Lehrer Gerd Binnig hat diesem Phänomen beider Kulturen große Aufmerksamkeit und einige Bücher gewidmet. Nach seinem Nobelpreis 1986 hat er sich bis heute verstärkt der bildenden Kunst gewidmet.